„Schöne“ Literatur archiviert eine Fülle von Informationen und fungiert zugleich auch als Medium der Kommunikation und der Selbstbeobachtung von Gesellschaften. Mit ihren fiktionalen Erzählungen von Natur, Kultur(en), Gesellschaft und Geschichte setzt sie Konstruktionen von „Wirklichkeit“ in Umlauf, die die ästhetische, moralische, religiöse, politische und ökonomische Wahrnehmung von der „Welt“ und von gesellschaftlicher Praxis prägen. Indem Literatur auf diese Weise Alltags- oder Spezial-„Wissen“ stabilisiert, legitimiert und popularisiert und/oder kritisch reflektiert, produziert sie auch „Wissen“ über sich selbst (Selbstreferenz) und die „Welt“ (Fremdreferenz). Und damit leistet sie zugleich einen Beitrag zur Verständigung von Gesellschaften über sich selbst. Vor diesem Hintergrund verdienen besonders Ansätze Aufmerksamkeit, die Textanalyse nicht als Selbstzweck verstehen, sondern versuchen, literarische Gattungen, Genres und Texte – deren spezifische Formen und Semantiken – auf gesellschaftliche Handlungskontexte und Wissenshorizonte zu beziehen, allerdings ohne kurzschlüssige metaphorische Analogien von Gesellschaft und Literatur.
Zoom-Meeting beitreten:
https://us06web.zoom.us/j/83024109258?pwd=Q0RrelB3a1piMGptU0JKUWIxTWFmdz09
Meeting-ID: 830 2410 9258
Kenncode: 863959